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Die vier Bremer Stadtmusikanten - ein Skulpturenprojekt

Die Gemeinschaftsaktion "SpielRäume schaffen" ist 10 Jahre alt geworden!

In dieser bundesweit einmaligen Aktion sind in den vergangenen 10 Jahren über 180 Spielräume neu entstanden. Mehr Informationen zur Gemeinschaftsaktion gibt es in unserer Jubliäumsbroschüre Download 1,24 MB

Nach 10 Jahren "SpielRäume schaffen" wollten wir mit einer eigenen Aktion Kinder in der Stadt sichtbar machen. Kinder spielen nicht nur auf Spielplätzen, sie spielen auch auf der Straße, sie sind in der Stadt unterwegs. Unser Ziel ist es, dass Kinder sich die Stadt zurückerobern und ihre Interessen gleichberechtigt in die Stadtplanung einfließen.

Von Mai bis Juli 2007 haben sich die vier Bremer Stadtmusikanten auf den Weg gemacht und viele Kinder haben sie dabei begleitet. In wunderbaren Skulpturenprojekten mit dem Bremer Künstler Claus Petersen sind vier bespielbare Skulpturen in vier Bremer Stadtteilen entstanden. Die Stadtmusikanten haben damit Orte für Kinder zurückerobert. Alle Plätze liegen an vielbefahrenen oder vielbegangenen Straßen und Wegen, die vorher kaum Aufenthaltsqualität hatten. Es sind vier lebendige Plätze entstanden, die im Stadtteil mit großer Begeisterung angenommen werden.

Der Esel in Oslebshausen

Vor dem Bürgerhaus in Oslebshausen am Nonnenberg gibt es einen großen gepflasterten Platz. Viele Wege kreuzen sich hier, im Bürgerhaus gibt es zahlreiche Angebote für Groß und Klein, neben dem Bürgerhaus gibt es einen Kindergarten, dahinter einen Spielplatz. Der Platz bot bisher außer einer langen Betonmauer wenig Aufenthaltsqualität. Der größte der vier Stadtmusikanten - der Esel - hat hier seinen Platz gefunden. Neben dem Bau des Esels wurde auch die Betonmauer mit bunten Mosaiken beklebt und bilden eine Stadtsilhouette. Finanziert wurde der Esel aus dem Förderprogramm Soziale Stadt.
Kinder aus den Gruppen des Bürgerhauses konnten bei den Mosaikarbeiten tatkräftig mithelfen.
Für die Kinder ist es eine beliebte Herausforderung, den Esel zu beklettern. Aber auch Jugendliche und Erwachsene verweilen gerne beim Esel oder setzen sich auf die Mauer. Der Platz hat ein neues, individuelles Gesicht bekommen.

Der Hund in Sebaldsbrück

An der Sebaldsbrücker Heerstraße liegt das Gemeindehaus der Versöhnungsgemeinde mit dem Regenbogen- Kindergarten. Der Vorplatz und auch die Architektur des Gebäudes waren von außen wenig einladend. Durch ein Versetzen und Neugestalten des Zaunes entstand ein einladender Platz. Der bunte Hund schafft eine große Aufmerksamkeit und gibt dem neuen Platz ein lebendiges Gesicht.
Die Kinder des Regenbogen-Kindergartens waren über mehrere Monate intensiv an der Gestaltung des Platzes beteiligt: sie haben den Zaun angemalt, sie haben sich mit den Skizzen des Künstlers auseinander gesetzt, und sie haben sich mit den Bremer Stadtmusikanten und ihrem eigenen Unterwegssein in der Stadt beschäftigt. Als der Hund schließlich kam, gab es ein großes Empfangskomitee. Zuerst bekam der Hund ein stabiles Fundament, dann wurde er mit Beton geformt und schließlich konnten die Kinder am dritten Tag bei den Mosaikarbeiten mitmachen. Der Hund ist ein “lebendiger Platzbewohner” geworden und wird jeden Tag von den Kindern liebevoll begrüßt und intensiv bespielt. Für die Menschen aus dem Stadtteil ist der Platz ein Ort geworden, an dem man kurz verweilen und ins Gespräch kommen kann.

Über das Projekt in Sebaldsbrück gibt es eine eigene Dokumentation, die Sie sich herunterladen können: Dokumentation Sebaldsbrück

Die Katze in Lüssum

Direkt an der Lüssumer Heide liegt ein kleiner Platz mit einem Fußweg ins Wohngebiet. In Kooperation mit dem Haus der Zukunft und dem Horthaus der Kirchengemeinde Lüssum hat hier die Katze ihr neues Zuhause gefunden. Finanziert wurde die Katze aus dem Förderprogramm Soziale Stadt.
Die Kinder des Horthauses der Kirchengemeinde Lüssum haben mit großer Begeisterung bei den Mosaikarbeiten mitgearbeitet. Auch schlechtes Wetter konnte sie nicht davon abhalten bis zum letzten Steinchen mit zu machen. Parallel dazu haben die Kinder sich auf den Weg gemacht und in ihrem Stadtteil die Spielsituation untersucht. Durch die intensive Kinderbeteiligung ist die Katze eine akzeptierte und beliebte Skulptur im Stadtteil geworden.

Über das Projekt in Lüssum gibt es eine eigene Dokumentation, die Sie sich herunterladen können: Dokumentation Lüssum

Der Hahn in Huchting

In der Robinsbalje liegen nebeneinander die Schule und die Kindertagesstätte Robinsbalje. Direkt vor der KiTa gibt es eine kleine Wiesenfläche an der sich täglich viele Kinderwege kreuzen. Dies war genau der richtige Platz für den Hahn der Bremer Stadtmusikanten. Stolz und mit bunten Mosaikreihen steht der Hahn nun auf der Wiese und bietet allen vorbeikommenden Kindern und Erwachsenen eine beliebte Abwechslung entlang ihres Wegs. Finanziert wurde der Hahn aus dem Förderprogramm Soziale Stadt.
Die Kinder aus dem Hort der KiTa Robinsbalje waren intensiv an dem Projekt beteiligt. An einem Nachmittag haben die Kinder sich auf den langen Weg nach Bremen-Farge gemacht und ihren Hahn im Rohbau besichtigt. Hier konnten sie die ersten Betonschichten selber aufbringen. Sehr spannend war es, als der Hahn schließlich in Huchting angekommen ist. Dank der fleißigen Mitarbeit der Kinder verwandelte der Hahn sich in wenigen Stunden in eine bunte, farbenfrohe
Skulptur.
Letzter Stand (Oktober 2009): Der Hahn vor dem Kindertagesheim Robinsbalje in Huchting hat mittlerweile Gesellschaft bekommen von einer bunten Mosaikbank.
Der ehemals öde Vorplatz vor dem Kindertagesheim ist somit ein beliebter Ort im Stadtteil geworden, um sich zu treffen, zu verweilen und ins Gespräch zu kommen. Übrigens: Auch die anderen drei Stadtmusikanten haben sich in ihren Stadtteilen „gut eingelebt“.
Inzwischen kann man dem Hahn sogar auf einer selbst gefertigten Bank Gesellschaft leisten...