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Naschgärten

Eine Maßnahme in der Gärten zum Naschen, Spielen und Lernen erschaffen werden.
Ein Projekt in Kooperation von "bremen:kinder.leicht.gesund", SlowFoodBremen und SpielLandschaftStadt.
Startschuss: 01.01.2007!

Die Naschgärten dienen in erster Linie der Qualitätserziehung und Bewusstseinsbildung im Ernährungsbereich und damit der Gesundheitsprävention.
Weitere Lernfelder sind hauswirtschaftliche und handwerkliche Bildung. Außerdem werden über kindergeführte Wirtschaftsbetriebe („Kindergärtnereien“), Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge gefördert.
Lernziele:

Die Kinder entwickeln ein eigenes Gespür für die Qualität von naturbelassenen Nahrungsmitteln und deren Verarbeitungsprodukten. Kinder und Erzieher/innen entwickeln Freude an Gartenarbeit, Wachsen und Gedeihen.

Kinder und Erzieher/innen, Lehrer/innen lernen gemeinsam Beete zu gestalten, Obst, Gemüse und Pflanzen zu pflegen, zu verarbeiten und zu vermarkten.

Kinder führen die im Kindergarten/Schule erlernten Fähigkeiten im eigenen Garten/Haushalt fort. Kinder lernen wie man alltäglich aus frischem Obst und Gemüse schmackhafte
Gerichte zubereiten kann. Kinder lernen, dass man durch eigenes, kontinuierliches Handeln die Umwelt verschönern kann. Es entstehen schöne Gärten.

Kinder entwickeln ein Vertrauen in die eigene Wahrnehmungsfähigkeit der Sinne (Qualitätsschulung). Durch die Entwicklung von eigenen Rezepten aus den Gartenprodukten und der Dokumentation derselben entwickeln die Kinder eigene „Produktlinien“(Kinderkochbuch). Die Kinder lernen, dass sie durch Tätigwerden Einfluss auf ihre zukünftige Lebenswelt nehmen können.

Die Gärten zum Naschen, Spielen und Lernen werden von den beteiligten Institutionen selbständig weitergeführt. Durch die vorangegangene Fachbegleitung gibt es instruiertes Personal vor Ort.

Projekte:

1. Grundschule Karl-Lerbs-Straße
2. Grundschule Baumschulenweg
3. Gesundheitstreffpunkt West (GTP West): offenes Projekt
4. Zion Gemeinde

Grundschule Karl - Lerbs - Straße 2009


Die Kinder der Grundschule Karl - Lerbs - Straße haben seid 2007 damit begonnen, ihren eigenen Schulgarten anzulegen bzw. ihren NASCHGARTEN!
Gemeinsam mit den LehrerInnen haben die Schüler gelernt Beete zu gestalten, Obst und Gemüse anzupflanzen, zu pflegen, zu verarbeiten und schließlich zu vermarkten.
In der eigenen Schulgärtnerei starteten die Schüler einen Pflanzenverkauf. Dabei lerneten sie wie man mit dem Gut: Pflanze, wirtschaftet.

Auch die Verkostung der angebauten Pflanzen spielt eine wesentliche Rolle. Die Schulkinder haben ihr Gemüse, Obst und ihre Kräuter geerntet und bereiteten schließlich ihr eigenes Essen zu.
Grundschule Baumschulenweg

Die Kinder der Gartenklasse am Baumschulenweg haben direkt von einer Tür ihres Klassenzimmers ihren Naschgarten. Das Gelände ist in einige Staudenbeete aufgeteilt und es werden Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Beeren, Kräuter, Blumen usw. angebaut und geerntet. Es gibt auch einige Apfelbäume und einen Maronenbaum.
Die Kinder jäten und hacken Unkraut und graben Himbeeren aus. Kartoffeln werden geerntet und später zubereitet und gegessen.

Diese Kinder zeigten sich meist interessiert und arbeiteten fröhlich mit.
Bei den Einsätzen entsteht eine Atmosphäre, die harmonische Gespräche unter den Kindern entstehen lässt. Sie erzählen sich bei diesen Gelegenheiten häusliche Dinge und lernen sich besser kennen. So werden Beziehungen aufgebaut und vertieft.
Besuch der Gärtnerei der Werkstatt Bremen
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Gartengruppe in der Gärtnerei der Werkstatt Bremen. In dieser Gärtnerei werden Zier- und Nutzpflanzen und Stauden für die Bepflanzung von Balkon und Garten angebaut. Arbeitsschritte sind: Aussaat, Pikieren, Topfen, Pflanzenpflege usw. Auf dem Außengelände werden außerdem Schnittblumen gezogen, die von den Kunden selbst geschnitten werden können. Im Betrieb arbeiten psychisch behinderte Menschen.
Die Schüler erhielten zunächst eine Führung vom Leiter des Betriebs, Herrn Röllke. So lernten sie die Aufgaben der einzelnen Abteilungen selbst kennen und konnten sich ansehen, wie Pflanzen ausgesät, herangezogen und gepflegt werden. Der Aussaattunnel erregte ihr besonderes Interesse. Auf mit Folienzelten überdeckten Tischen werden Samen in Saatkisten ausgesät und unter der Folie feucht gehalten. Die Kinder sahen sich die Keimlinge ganz genau an und steckten ihre Köpfe unter der feuchten warmen Luft unter der Folie zusammen. Gewächshausgeruch, Tropenluft, federleicht sich in Wellen bewegende Folie, all das schien den Kindern über die Maßen zu gefallen, denn sie konnten nicht genug davon bekommen. Weiter ging es zu einem vorbereiteten Arbeitsplatz, an dem jeder jeweils eine Pflanze pikieren und eine eintopfen und mit nach Hause nehmen konnte. Dann durften sie auf dem Außengelände Erdbeeren von den Monatserdbeeren ernten und essen und sich unter Aufsicht mit einer Gartenschere eine Sonnenblume als Geschenk abschneiden. Mit den Sonnenblumen in der Hand, neuen Eindrücken und Erinnerungen im Herzen traten sie den Nachhauseweg an.
GTP West - offenes Projekt

Beim Gesundheitstreffpunkt West (Stadtbibliothek Gröpelingen) gibt es für Kinder ein freies Gartenpflege-Mitmach-Angebot, welches jeweils Montags von 15:30Uhr bis 17:30Uhr stattfindet.

Zu Beginn wird ein von Kindern gemaltes Schild aufgehängt, das den Beginn signalisiert. Die Kinder kennen den Termin und kommen, sobald sie die Mitarbeiterinnen sehen, angelaufen. Die Gartengruppe hat das Gebiet rund um die Bibliothek mit 2 Staudenbeeten bepflanzt und mäht regelmäßig den Rasen. Auf dem kleinen Areal befinden sich außerdem mehrere große Bäume, eine Kastanie und Eichen.
Bevor die Gartengruppe sich des Gebietes rund um die Bibliothek angenommen hatte, wurde es von den Anwohnern als Abkürzung genutzt und als Müllhalde, so dass das Ganze einen verwahrlosten Eindruck machte. Plastiktüten, Hundekot, Müll lagen überall herum und prägten das Bild.

Ein Ziel der Gartengruppe ist es, durch die Bepflanzung den Charakter der Anlage zu verändern, das Areal für Kinder nutzbar und spielbar zu machen. Durch den gepflegten Eindruck soll verhindert werden, dass die Anlage weiter verschmutzt wird.
Die anfallenden Arbeiten werden von den Mitarbeiterinnen und den Kindern zusammen durchgeführt, beispielsweise: Rasen mähen, Blumen anpflanzen und gießen, Unkraut jäten…je nach Bedarf. Darüber hinaus können die Kinder den Garten zum Spielen nutzen, wie zum Ballspielen, Malen und Zeichnen usw.

Die Kinder sind fast alle im Grundschulalter, sie zeigen sich meist sehr motiviert, mit zu helfen und kleine Aufgaben zu übernehmen. Sie sind eifrig bei der Sache und haben Spaß an der Arbeit.
Besuch eines Schrebergartens
Eine weitere Attraktion war der Besuch bei einer älteren Dame in ihrem Schrebergarten in Gröpelingen, in dem sie Gemüse und Zierpflanzen für den eigenen Bedarf anbaut.

Im Garten gibt es einen kleinen Teich, an einer Seite des Grundstückes einen Wassergraben. In beiden leben Frösche. Wildbienen leben in eigens dafür aus aneinander gelegten Holzstöckchen angefertigtem Nistmaterial. Die Kinder bestaunten einen blühenden, grünen Garten mit Rasenfläche zum Spielen und Herumtoben. Zunächst genossen sie die bereit gestellten Köstlichkeiten wie Kuchen und Limonade und ruhten sich essend und trinkend aus. Danach liefen sie im Garten herum und sahen sich alles an.

Im Teich und im Graben gab es interessante Frösche zum Ansehen, es durfte gerangelt und gespielt werden. Die Kinder haben sich sehr interessiert. Sie rochen an den Blumen, stellten Fragen über Flora und Fauna. In solchen Situationen erzählen die Kinder öfter auch von ihrem häuslichen Umfeld, von Sorgen und Lebensumständen. Sie genießen es, einmal etwas Neues kennen zu lernen.
Das Kräuterfest
Im Sommer2009 haben die Kinder des GTP West ein Kräuterfest veranstaltet. Dies gab den Kindern die Gelegenheit, sich aus unterschiedlichen Spielangeboten etwas nach Wunsch auszuwählen.
Es gab unterschiedliche Angebote an gesunden Köstlichkeiten.
Kleine Pellkartoffeln oder Vollkornbrote konnten mit gewürztem Quark gegessen werden, den die Kinder vorher mit unterschiedlichen Kräutern bestreuen konnten.

Zu Trinken gab es Kräutertee (Pfefferminz, Kräuter, Hagebutte), Apfelsaft und ein aus mit verdünntem Mineralwasser und Holunderbeersirup hergestelltes Getränk.
Mit den Kindern wurde auch ein so genanntes Grasmännchen gebastelt. Es handelt sich dabei um eine Art Stockpuppe aus einer Socke, aus deren Kopfkugel lange Haare aus Gras wachsen. Die Kinder können daran aus der Nähe lernen, wie Samen keimt und Pflanzen daraus wachsen. Nach ca. 5 Tagen fängt das Gras an zu keimen und die „Haare“ werden immer länger. Jedes Kind wollte ein solches Männchen haben und an diesem Tag waren es sehr viele. Das Kräuterfest wurde sehr gut von den Nachbarn angenommen, es kamen auch einige Erwachsene und beobachten das Geschehen, aßen mit oder ließen sich unser Konzept erklären.
Zion Kindergarten

Der Kindergarten der Zion-Gemeinde könnte mit Anpflanzungen sehr aufgewertet werden. Da er bald umziehen wird, hat man sich entschlossen, transportable Pflanzkübel mit einigen Kräutern zu bepflanzen und ein wenig Wintersalat auszusäen. Als Standort wählte man den großen, mit Holzplanken umzäunten Dachgarten aus.

In Mörtelkübel wurden von den Kindern zunächst mit Schraubenziehern Löcher gebohrt, um den Wasserablauf zu gewährleisten. Darauf wurden zum gleichen Zweck Tonscherben gelegt. Dann schütteten jeweils mehrere Kinder gleichzeitig die schweren Säcke mit Erde in die Gefäße. Die Erde wurde geglättet und die Pflanzen in die Erde gepflanzt. Es wurden Salbei, Petersilie glatt und kraus, Schnittlauch, je 2 Sorten Oregano und Pfefferminze und Basilikum gepflanzt. Ausgesät wurde Wintersalat. Als Farbfleck und Schmuck wurde eine rote Physalis gepflanzt, die man später in Trockengestecken und zum Basteln verwenden kann.

Alle Kräuter sollen später in der Küche verwendet werden. Die Kinder haben sich wieder sehr interessiert und aufgeschlossen gezeigt.