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Gesundheitsvorsorge bei Kindern - Symposium und Konferenz zum BewegungsErnährungsMobil (bemil)

Am Mittwoch, 10. November 2010 veranstaltete SpielLandschaftStadt e.V. eine bundesweite Konferenz zum BewegungsErnährungsMobil.
Ein Impulsreferat zeigte die Wichtigkeit und die Bedeutung von Gesundheits- und Bewegungsförderung im Kindesalter. Desweiteren wurden Erfahrungsberichte aus der praktischen Arbeit mit bemil in Bremen und die Ergebnisse der Projektevaluation vorgestellt. Eine abschließende Diskussionsrunde mit VertreterInnen aus den Bereichen Ernährung und Gesundheitsförderung erörterte den Beitrag von bemil zur Gesundheitsförderung von Kindern und die Entwicklungsmöglichkeiten vom BewegungsErnährungsMobil auch auf bundesweiter Ebene. Gemeinsam mit einer Kindergruppe konnte bemil praktisch vor Ort erlebt und ausprobiert werden. Auf einem "Markt der Möglichkeiten" gab es die Gelegenheit, sich über die Angebote der verschiedenen Projektbeteiligten zu informieren.
Den Einladungflyer können Sie sich Hier (562 kb) runterladen.
Die TeilnehmerInnen der bemil-Konferenz
Einrichtungen stellen ihre Erfahrungen mit bemil vor Podiumsdiskussion
bemil-Symposium im Pusdorfer Kulturhaus war voller Erfolg!

Das am 20.11.2009 vom Verein SpielLandschaftStadt veranstaltete Symposium zum Thema Bewegungs-ErnährungsMobil (bemil) im Pusdorfer Kulturhaus ist von den zahlreichen Teilnehmern aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit begeistert angenommen worden. Tenor der Veranstaltung: Die enorme Bedeutung von Gesundheitsvorsorge bei Kindern durch gesunde Ernährung und Bewegung ist bei PädagogInnen und in der Projektarbeit mittlerweile unumstritten
Nach einem einleitenden Grußwort von Frau Senatorin Ingelore Rosenkötter referierte zunächst Dr. Klaus Balster, Psychologe, Philosoph und Pädagoge, zum Thema „Gesundheitsförderung – die Bedeutung von Bewegung in der frühkindlichen Entwicklung“ Spannend und anschaulich entwickelte Dr. Balster seine Thesen und knüpfte dabei – passend zum Schiller-Jahr sogar noch an des Dichters Diktum an: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
Der Soziologe Friedrich Schorb (Uni Bremen), in jüngster Zeit bekannt geworden durch sein Buch „Dick, doof und arm?“ schloss sich mit einem Vortrag zum Thema „Soziale Ungleichheit und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ernährung“ an und führte gleichzeitig anhand von empirisch abgesicherten Zahlen überzeugend aus, „dass sich Kinder und Jugendliche mit den gegenwärtigen Sozialhilfesätzen und vergleichbaren Niedriglöhnen nicht ausgewogen ernähren lassen,…“
Im dritten und letzten Vortrag zum Thema „Nur wer wagt, gewinnt – durch Risiko zur Sicherheit“ sprach sich die Landschaftsplanerin Erika Brodbeck vom Verein SpielLandschaftStadt dafür aus, den Kindern beim Spielen mehr Risikokompetenz zu vermitteln. Durch Unterforderung entstünde oftmals ein viel höheres Unfallrisiko auf Spielplätzen.
Nach einer praktisch orientierten Inspektion des draußen aufgebauten BewegungsErnährungsMobils (bemil) verteilten sich die Teilnehmer dann auf verschiedene Arbeitsgruppen zum Thema Bewegung und Ernährung bei Kindern und trugen anschließend die Ergebnisse vor. In der Abschlussrunde herrschte bei allen Teilnehmern Konsens darüber, dass sie dieses Symposium mit Gewinn für sich und ihre tägliche Arbeit besucht haben. Eine gelungene Veranstaltung!

Die Vorträge und Arbeitsergebnisse des Symposiums sind im Folgenden abrufbar:

Vorträge:

Vortrag Nur wer wagt, gewinnt - durch Risiko zur Sicherheit (1,2 MB)

Referat Gesundheitsförderung - die Bedeutung von Bewegung in der fruehkindlichen Entwicklung

Referat Soziale Ungleichheit und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ernaehrung

Die Bewegungs- und Seilbaustelle (7,7 MB)


Arbeitsergebnisse:

Arbeitsgruppe 1: KrabbelKletterKids – Förderung von unter 3-jährigen Kindern über die Bewegungsbaustelle; Gerda Kiesewetter; Landesverband evangelischer Kindertageseinrichtungen
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe 1 wurden von Serpil Arabaci zusammengefasst.
Gerda Kiesewetter stellte zunächst die mitgebrachten Pikler-Materialien vor. Danach wurde gemeinsam mit den Teilnehmern überlegt, wie man die für den Innenraum konzipierten Bestandteile für den Außenraum verändern und nutzbar machen kann und somit die Bewegung an der frischen Luft fördern könnte. Beispielsweise könnte man anderes, festeres Holz verwenden, einzelne Schrägen herstellen und die Module mit der vorhandenen Außenumwelt kombinieren.
Weiterhin sollte man bei der Arbeit mit Kindern immer beachten, dass sich jedes Kind unterschiedlich entwickelt, ein eigenes Tempo und Biorhythmus besitzt.

Arbeitsgruppe 2: Moving Kids – neue Ideen mit der Bewegungsbaustelle; Ivo Hoin; Hamburger Forum Spielräume
Herr Hoin gab einen Überblick über Arbeitsgruppe 2.
Zunächst wurden in einem Theorieteil viele Beispiele aus Hamburg gezeigt. Flexible temporäre Kletterlandschaften für draußen. Hergestellt aus Netzen, Seilen, Slacklines, Monkeys (Klettergriffe für hochgeastete Bäume) und Tüchern. Die verschiedenen Materialien und ihre Eigenschaften (dehnt, steif, straff) wurden vorgestellt. Die Sicherheit und Verantwortung liegt immer bei dem Team. TÜV-geprüft sind die Kletterlandschaften nicht, müssen also am Abend abgebaut werden. Durch die Kontrolle der Bäume und anderen Tragesystemen kann die Sicherheit gesteigert werden. Zusätzlich lässt sich die Sturzgefahr durch einen durchdachten Aufbau minimieren. Insgesamt ist die Installation einfach, aber eine gewisse Praxis notwendig. Deshalb wurde mit der Arbeitsgruppe auch gleich draußen, zwischen zwei Bäumen geübt und die Sicherheitsknoten und Materialien erprobt. Mehr über dieses Thema erfahren Sie hier

Arbeitsgruppe 3: Lernen mit Kopf, Hand, Herz und Fuß – die klassische Bewegungsbaustelle;
Sabine Lasse und Frauke Diehl, BERLINbewegt e.V.
Seit Jahren führt BERLINbewegt Projekte in Berlin mit der Bewegungsbaustelle durch. Ziel ist die Integration und Nutzbarkeit der Bewegungsbaustelle in Kitas und Schulen. So gibt es zum Beispiel pädagogische Konzepte von BERLINbewegt, die Mathe und Englisch mit der Bewegungsbaustelle kombinieren. Beim Umgang mit der Bewegungsbaustelle wird die Sicherheit, Sozialkompetenz und Sprachentwicklung geschult und es findet „bewegtes Lernen“ statt. Generell geht es darum, bei den Kindern Selbstbewusstsein zu schaffen, nicht immer was vorzugeben und sie auch einfach mal „machen zu lassen“.

Arbeitsgruppe 4: Kinderkulturprojekt „Götterspeise & Suppenkasper – vom Essen und Gegessenwerden“; Andrea Siamis; Projektleitung, Quartier gGmbH Bremen
Bei diesem Projekt wurden 2009 von Quartier gGmbH Künstler mit dem Thema Ernährung zusammengebracht. Entstanden sind viele tolle Ideen, die als Teilprojekte und Aktionen bremenweit umgesetzt wurden. Frau Siamis stellte in ihrer Arbeitsgruppe einige davon vor. Beispielsweise ein von den Kindern gestaltetes Geruchsbuch mit vielen Kräutern und Gewürzen oder eine Kunstsammlung bei sich die Kinder zeichnerisch mit der Frage „Woher kommt die Milch“ auseinandergesetzt haben. Besprochen wurde auch, wie man die einzelnen Altersgruppen erreicht und sie für dieses Thema begeistern kann. Bei diesem Projekt wurde die Kombination aus Theorie und Praxis als sehr gut und wirkungsvoll erachtet. Wobei besonders das Selbstdurchführen ein Bewusstsein für das Thema herbeiführt und zudem neue Impulse bringt.