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Kinderrechte in der Landesverfassung - 2. Fachtag in Bremen am 23. April 2004

Kinder haben Rechte, das ist seit 2003 in der Bremer Landesverfassung festgeschrieben. Was folgt daraus? Welche Forderungen an die Politik lassen sich daraus ableiten?


Am Freitag, 23. April 2004 zwischen 14 - 19 Uhr fand in der Friedensgemeinde Bremen die zweite Fachtagung des Aktionsbündnisses für Kinderrechte und des Bremer Jugendringes statt.


Etwa 50 Gäste aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit kamen in die Friedensgemeinde, um sich über die Erfolge der Verfassungsergänzung 2003 zum Thema Kinderrechte zu informieren.

Der Tagungsablauf verlief in zwei Phasen. Die erste Phase bestand aus Fachbeiträgen, die zweite Phase aus Diskussionen in Arbeitsgruppen.
Fachtag
Frau Gerlach, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Bremen e.V., begrüßte die Gäste und Redner. Herr P. Meier, von der Grundschule Wigmodistraße, präsentierte danach die entstandene CD-Rom über die Umsetzung der Kinderrechte im Schulalltag.


Seitens der Bremischen Bürgerschaft wurden die Anwesenden von Präsident Herr C. Weber und Frau A. Stahmann begrüßt. Herr Dr. R. Eichholz, Mitglied der Koordinierungsgruppe der National Coalition und Herr Fuchs von Bremens Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2010, schlossen die Vortragsrunde.


In vier Arbeitsgruppen (siehe unten) wurden Forderungen an Politik und Verwaltung erarbeitet.


Eines der Diskussionsergebnisse war, dass die durchgeführten Mittelkürzungen sich direkt auf die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen negativ auswirken. Auch in Bremen ist Kinderarmut ein Thema, es müssen 1/3 aller Kinder von Sozialhilfebezügen leben.


Herr Dieckmann von der Flüchtlingsinitiative Bremen e.V. wies auf die mangelhaften Lebensverhältnisse von jugendlichen Flüchtlingen hin, die keine jugendgerechte Betreuung erhalten und somit die Einhaltung ihrer Menschenrechte nicht gewährleistet ist.
Fachtag
Zusammenfassend: Kinderrechte müssen in "gelebtes Recht" umgesetzt werden. Schutz, Förderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen müssen zukünftig im Leitbild der kinderfreundlichen bzw. familienfreundlichen Stadt und im Behördenalltag selbstverständlich werden.
Fachtag
Arbeitsgruppen in der Fachtagung:
  • AG 1- Gesunde Lebensbedingung

  • AG 2 - Kinderrechte im Unterricht

  • AG 3 - Partizipation in Politik und Gesellschaft und Kinder haben ein Recht auf Kultur

  • AG 4 - Flüchtlingskinder und -jugendliche

Beispielhaft ein Artikel aus der von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention Artikel 31
Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben, staatliche Förderung
(1)
Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
(2)
Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für die aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.
Die Dokumentation des Fachtages steht zum Download bereit. Einfach (HIER) klicken!
Veranstalter:

Bremer Aktionsbündnis für Kinderrechte
  • Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bremen e.V.
  • Kinder haben Rechte Bremen und Münster e.V.
  • UNICEF Bremen
  • SpielLandschaftStadt e.V.
  • Bildungswerk der Katholiken Bremen
  • Beauftragte für die Arbeit mit Kindern in der Bremischen Evangelischen Kirche
  • Flüchtlingsinitiative Bremen e.V.
  • Deutscher Familienverband
Bremer Jugendring, Landesarbeitsgemeinschaft Bremer Jugendverbände e.V.